Psychosomatische Beratung und Therapie

In unserer zeitgenössische Medizin gibt es eine dualistische Unterteilung in einen seelische Bereich (Psyche) und einen körperlichen Bereich (Soma). Diese Unterteilung ist historisch gewachsen, tatsächlich sind es aber zwei Ebenen einer Gesamtheit. Zwischen diesen Ebenen gibt es Wechselwirkungen in beide Richtungen. Aus diesem Grund sollten bei allen Störungsbildern beide Bereiche betrachtet werden, um das Störungsbild in seiner Ganzheit zu verstehen und es möglichst zu heilen und/ oder ein Wiederauftreten zu verhindern.

 

Eine zentrale Hypothese der Psychosomatischen Medizin war, dass dysfunktionale psychische Prozesse körperliche Störungen zur Folge haben beispielsweise bei der Entstehung der sogenannten „Holy Seven“ (Essentieller Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Neurodermitis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Rheumatoide Arthritis und Ulcus peoticum). Nach heutigen Erkenntnissen ist anzunehmen, dass die Kausalität nicht in dieser direkten Form geschieht, sondern dass die Entstehung dieser Erkrankungen multikausal ist, diese Störungsbilder jedoch stark psychisch moduliert werden.

 

Auf der anderen Seite gibt es seit längerer Zeit diverse wissenschaftliche Hinweise dahingehend, dass es ernstzunehmende somatische Pathologien gibt, die höchstwahrscheinlich psychische Störungen mitbedingen und bei einem Großteil der psychischen Störungen vorhanden sind. Hier sind insbesondere körperliche Entzündungsprozesse zu nennen, die bei vielen psychischen Störungen beobachtet werden. Es zeigt sich also, dass die Wechselwirkungsrichtung sowohl psychosomatischer als auch somatopsychischer Art ist.

 

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass bei allen psychischen Auffälligkeiten auch immer grundlegende somatische Abklärungen notwendig sind und dabei ganz besonders organisches Entzündungsgeschehen untersucht werden sollte.